Linzer Technologiekonzern Kontron mit Rekordzahlen im 2. Quartal
LINZ. Dank der Übernahme des deutschen Elektronikunternehmens Katek hat Kontron beim Umsatz stark zugelegt.
Im zweiten Quartal konnte der Umsatz um 52,9 Prozent auf 423,8 Millionen Euro gesteigert werden. 134,5 Millionen Euro davon sind auf Katek zurückzuführen, das Kontron Anfang des Jahres übernommen hat. Derzeit hält der Technologiekonzern mit Sitz in Linz 87,3 Prozent an dem Elektronikunternehmen, in den nächsten ein bis zwei Jahren werde Kontron es zu 100 Prozent übernehmen, kündigt Hannes Niederhauser, Chef des an der deutschen Börse gelisteten Konzerns in einem Pressegespräch an.
Das EBITDA (Gewinn vor Abschreibungen, Zinsen und Steuern) erreichte im zweiten Quartal einen Rekordwert von 46,5 Millionen Euro - ein Plus von 48,6 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Der Auftragsbestand kletterte im ersten Halbjahr auf den Rekordwert von 1,965 Milliarden Euro.
Kontron hat sich auf den Bereich "Internet of Things" (IoT) spezialisiert. Dabei geht es um die Vernetzung von physischen Geräten, etwa mittels Software-Technologie. Der Konzern bedient weltweit 4500 Kunden in unterschiedlichen Branchen. Starkes Wachstum gibt es im Transportbereich, es geht um die Ausstattung von Zügen mit dem neuen Funkstandard GSMR oder dem Kommunikationssystem FRMCS. Hier hat Kontron laut eigenen Angaben einen Marktanteil von 50 Prozent.
Gutes Geschäft mit Elektromobilität
Erfolgreich ist Kontron auch in der Luftfahrt (4000 Flugzeuge hat Kontron bereits mit der eigenen Software ausgestattet) und Verteidigung: Zu den Kunden zählen etwa die US-Armee oder die deutsche Bundeswehr. Das meiste Geschäft macht Kontron mit seinen Software-Lösungen, die den höchsten Sicherheitsstandard erfüllen. Ein Schwerpunkt sei die Verbindung von Ladestationen und Elektrofahrzeugen. Auch wenn der E-Auto-Markt gerade unter Druck sei, gebe es viele Aufträge: Kontron habe hier die beste Lösung am Markt, sagt Niederhauser.
Der Photovoltaik-Markt schwächelt hingegen: Hier habe Kontron 40 Prozent des Umsatzes eingebüßt, sagt Niederhauser. Die Zahl der Mitarbeiter in diesem Bereich wird deshalb bis Jahresende um 500 auf 7300 reduziert. Betroffen sind Werke in Deutschland und Bulgarien, betriebsbedingte Kündigungen sollen vermieden werden - das Unternehmen will die natürliche Fluktuation nutzen. Insgesamt sollen dadurch bis 2025 20 Millionen Euro eingespart werden. Im zweiten Halbjahr 2025 rechnet Niederhauser mit einer Erholung im PV-Bereich.
Fokus auf die USA
Den größten Teil seines Geschäfts erwirtschaftet Kontron in Europa, darauf entfällt knapp die Hälfte des EBITDA. Es gebe langfristige Kundenbeziehungen, sagt Niederhauser, die Industriesparte sei die gewinnbringendste. Mittelfristig soll das Geschäft in den USA vorangetrieben werden: In vier Jahren soll es ein Viertel zum Umsatz beitragen, bisher sind es 15 Prozent. Geopolitische Entwicklungen würden hier unterstützend wirken: Der Markt für 5G-Module werde von China dominiert, Kontron sei der einzige nicht-chinesische Anbieter. Die USA seien bereit, mehr für das europäische Produkt zu bezahlen.
In den nächsten Jahren soll außerdem in Richtung Südostasien expandiert werden, sagt Niederhauser. Kontron ist aktuell mit Niederlassungen in mehr als 32 Ländern präsent.
Es ist der Nachfrage Rückgang von Wechselrichtern bei der neuerworben Tochter Katek ,der zum Personalabbau führt genauso wie bei Fronius , die auch deswegen Mitarbeiter abbauen.
Solange die Photovoltaik Betreiber für den Überschuss Strom fast nichts bekommen , wird die Nachfrage nach neuen Anlagen gering bleiben .
Wieder einmal gute Nachrichten!