Nach Pleite der deutschen Mutter: Lebensversicherer stoppt Neugeschäft
WIEN. Die FMA ordnete Maßnahmen zur Sicherung des laufenden Betriebs bei der Firma FWU in Österreich an.
Der heimische Lebensversicherer FWU Life Austria AG hat wegen der Insolvenz der deutschen FWU AG sein Neugeschäft bis September 2024 eingestellt. "Der Grund für diese Entscheidung ist, dass FWU Life Austria die neue Situation bewerten und eine klare Strategie entwickeln will", so das Unternehmen laut einer Aussendung. Direkt betroffen sei der österreichische Ableger von der Insolvenz der deutschen FWU aber nicht.
Durch die Unterbrechung des Neugeschäfts soll "verhindert werden, dass es zu Unsicherheiten bei Vertriebspartnern und potentiellen neuen Kunden hinsichtlich der Ausrichtung der FWU Life Austria kommt", schreibt die FWU weiter. Für bestehende Kunden und Geschäftspartner ändere sich durch die Insolvenz der deutschen Holding nichts.
Bei der Entscheidung über das Neugeschäft hat auch die Finanzmarktaufsicht (FMA) eine Rolle gespielt. Von deren Seite hieß es heute, die Aufsicht habe "Maßnahmen angeordnet, die den laufenden Betrieb und die Betreuung der Versicherungskunden der FWU Austria sicherstellen sollen. Bis auf weiteres wird die FWU Austria kein Neugeschäft eingehen."
Die FWU in Österreich ist laut FMA ein eigenständiges Unternehmen mit österreichischer Konzession und vertreibt ausschließlich fondsgebundene Lebensversicherungen. Bis Ende 2024 habe das Unternehmen einen Bestand von 38.000 Verträgen. Die Kunden seien überwiegend aus Österreich und Italien. Das Fondsvolumen betrage 880 Mio. Euro, der Marktanteil der FWU Austria betrug im vergangenen Jahr 1,3 Prozent gemessen am Prämienaufkommen. Die aufsichtsrechtlichen Eigenmittelvorschriften habe das Unternehmen stets erfüllt, so die FMA.
Die deutsche FWU AG hat am 19. Juli Insolvenz angemeldet. Sie ist die Holding Gesellschaft der FWU Gruppe, die neben Österreich auch in Luxemburg und Italien tätig ist. In Österreich ist die deutsche FWU AG durch ihre Beteiligung an der FWU Austria und deren Töchter FWU Life Insurance Austria AG, FWU Invest GmbH und FWU Tech GmbH am Markt vertreten.
Die FWU Life Insurance Austria AG unterliegt der Aufsicht der FMA, die gesamte FWU-Gruppe wird laut FMA von der luxemburgischen Aufsichtsbehörde, dem "Commissariat aux Assurances" (CAA) beaufsichtigt. Die FWU Life Insurance Austria AG war als früher Skandia Leben AG bekannt. 2015 verkaufte jedoch die deutsche Heidelberger-Leben-Gruppe Skandia Österreich an die Münchener FWU AG.
Eine Lebensversicherung ist halt auch kein Anlageprodukt.
Wer eine Lebensversicherung abschließt ist selber schuld, schon einmal die rendite nachgerechnet?